Ab 1. August werden Busfahrten im Regionalverkehr teurer. Der normale Einzelfahrschein bleibt jedoch weiterhin nur beim Fahrer oder in einer Mobilitätszentrale erhältlich – obwohl dieselbe App längst Tickets anderer Verkehrsverbünde verkauft.
Mehr Hintergründe: Dieser Artikel fasst die wichtigsten Punkte kompakt zusammen. Die ausführliche Longread-Fassung mit weitergehender Analyse, Quellen und Einordnung finden Sie hier: Zum ausführlichen ONA-Longread
Wer von Emden nach Aurich fahren möchte, findet im FahrPlaner Verbindung, Abfahrtszeit und Preis. Ab dem 1. August kostet die Einzelfahrt 7,60 statt bisher 7,40 Euro.
Nur kaufen lässt sich der Fahrschein dort nicht.
Im FahrPlaner sind das Deutschlandticket, das Niedersachsen-Ticket und Einzelfahrscheine anderer Verbünde erhältlich. Der normale VEJ-Einzelfahrschein fehlt dagegen im Ticketshop. Fahrgäste müssen ihn weiterhin beim Fahrer kaufen.
Dabei geht es weder um ein neues Ticket noch um eine weitere App. Der bestehende Fahrschein soll einfach vor der Fahrt digital bezahlt, beim Einstieg auf dem Smartphone gezeigt und anschließend genutzt werden.
Entlastung für Fahrgäste und Fahrer
Der Verkauf im Bus soll selbstverständlich bleiben. Menschen ohne Smartphone oder mit Beratungsbedarf brauchen diese Möglichkeit weiterhin.
Viele Fahrgäste kennen ihre Verbindung aber bereits. Sie könnten den Kauf vor dem Einstieg erledigen, statt vorne im Bus Tarif, Zahlung und Wechselgeld klären zu müssen.
Das würde auch das Fahrpersonal entlasten. Fahrer sollen den Bus sicher und pünktlich bewegen, übernehmen beim Einstieg aber zugleich Verkauf und Tarifberatung.
Seit Jahren angekündigt
Online-Tickets wurden bereits 2023 als gemeinsames Arbeitsfeld von Verkehrsunternehmen, Landkreisen und Städten genannt.
Seitdem hat sich einiges verbessert: neue PlusBus- und TaktBus-Angebote, mehr Echtzeitinformationen und bargeldloses Bezahlen in vielen Fahrzeugen. Der digitale Verkauf des normalen VEJ-Tickets fehlt trotzdem weiterhin.
Dabei zeigt der Verbundbericht 2024, dass gemeinsame Lösungen möglich sind. Für die Kartenzahlung mussten unterschiedliche Bordrechner angepasst und Kosten verteilt werden. Trotz der Schwierigkeiten wurde das Projekt umgesetzt.
Technik und Zuständigkeit sind vorhanden
Auch die neue Ausschreibung für das Linienbündel Hage und Großheide berücksichtigt mobile Tickets, QR-Codes und fahrtengenaue Verkaufsdaten. Das Einnahmerisiko liegt dort beim Landkreis.
Eine ausdrückliche Pflicht zur Teilnahme an einem zentralen Online-Verkauf ist in der öffentlich zugänglichen Leistungsbeschreibung jedoch nicht erkennbar.
Zugleich soll die Gesellschaft Verkehrsregion Ems-Jade künftig Aufgaben bei Tarifentwicklung, Einnahmeaufteilung sowie digitaler Buchung und Bezahlung übernehmen.
Damit sind Technik, mögliche Zuständigkeit und ein bestehender Ticketshop vorhanden.
Offen bleibt vor allem, warum der VEJ-Tarif dort noch immer nicht verkauft wird – und ob es überhaupt einen Einführungstermin gibt.
Der Fahrgast möchte kein neues Mobilitätskonzept.
Er möchte seinen vorhandenen Einzelfahrschein vor der Fahrt kaufen, beim Einstieg vorzeigen und sich hinsetzen.
Warum selbst das nach Jahren noch nicht möglich ist, zeigt unser ausführlicher Longread.

![[Aufgehoben] 🚧 L3: Ortsdurchfahrt Pewsum wegen Fahrbahnsarnierung](https://mlvtz1rat1ti.i.optimole.com/w:736/h:552/q:mauto/f:best/https://ona.pangom.net/wp-content/uploads/2025/10/image-13.png)
