
Veröffentlicht von: ONA – Ostfriesischer Nahverkehrs Anzeiger
Datum: 28. Oktober 2025
Am 1. Juli 2025 verlor ein 37-jähriger Radfahrer aus der Krummhörn sein Leben auf der Landesstraße 2 bei Rysum. Er wurde auf gerader Strecke von einem Linienbus erfasst, dessen Fahrerin ihn mutmaßlich übersehen hatte. Während die Staatsanwaltschaft Aurich noch prüft, welche rechtlichen Konsequenzen der Unfall für die Busfahrerin haben wird, die selbst einen Schock erlitt, steht für uns als ONA (Ostfriesischer Nahverkehrs Anzeiger) fest: Die moralische und politische Verantwortung liegt woanders.
Dieser Tod war keine unglückliche Tragödie. Er war das angekündigte und vermeidbare Resultat von fast 30 Jahren politischer Untätigkeit.
Das tödliche Versäumnis: 30 Jahre Warten
| Jahr | Ereignisse in der Krummhörn |
| 1997 | L2: Erste Anträge zum Bau eines Radweges werden gestellt. |
| 2016 | L2: Radweg wird in das Landeskonzept aufgenommen, aber nur auf Platz 7 (Geschäftsbereich Aurich) priorisiert. |
| 22. September 2024 | L4: Ein 78-jähriger Pedelec-Fahrer wird beim Überqueren der L4 von einem Auto erfasst und stirbt. |
| 1. Juli 2025 | L2: Ein 37-jähriger Radfahrer stirbt nach Kollision mit einem Linienbus. |
| Okt. 2025 | L2: Behörden nennen fehlende Kompensationsflächen als Hürde. |
| 2026 / 2027 | L2: Geplanter (noch unsicherer) Baubeginn – fast 30 Jahre nach dem ersten Antrag. |
Eine Zumutung für alle Verkehrsteilnehmer

Als ONA setzen wir uns für einen besseren Nahverkehr ein. Dazu gehört auch die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer. Die aktuelle Situation an der L2 ist eine unzumutbare Belastung für alle. Sie zwingt Radfahrer in einen Überlebenskampf und setzt Busfahrer – wie im Juli geschehen – einem unkalkulierbaren Risiko und einer enormen psychischen Belastung aus. Es ist ein Systemversagen, wenn der öffentliche Nahverkehr und der Radverkehr auf einer ungesicherten Landstraße gezwungen werden, um denselben Asphalt zu kämpfen.
Bürokratie statt Sicherheit: Ein Armutszeugnis für Ostfriesland
Die Erklärungen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) sind ein Schlag ins Gesicht für jeden, der um den Verstorbenen trauert. Der Radweg an der L2 stand im Geschäftsbereich Aurich nur auf Platz 7 der Prioritätenliste. Andere Projekte waren wichtiger. Bürokratische Hürden wie fehlende Kompensationsflächen verzögerten das Projekt weiter.
Dieses Muster des Versagens ist in Ostfriesland traurige Realität:
- Osteel (L4): Auch dort kämpft eine Bürgerinitiative seit Jahren verzweifelt um einen Radweglückenschluss. Auch dort gab es bereits einen tödlichen Unfall (im September 2024), während die Politik auf Listen und Prioritäten verweist.
- Leybuchtpolder (L27): Dort wurde im Juni 2024 der „erste Bürgerradweg“ eröffnet. Was die Politik als Erfolg „bürgerschaftlichen Engagements“ feiert, ist in Wahrheit ein Armutszeugnis. Es zeigt: Die Landesbehörde kommt ihrer Verantwortung für die Sicherheit an Landesstraßen nicht nach. Bürger müssen sich selbst organisieren und die Arbeit der Behörden erledigen, damit endlich gehandelt wird.
Soll das die Zukunft sein? Müssen erst Bürgerinitiativen die Planung übernehmen oder Menschen sterben, bevor die NLStBV eine längst bekannte Gefahrenstelle entschärft?
ONA fordert sofortiges Handeln
Das Warten bis 2027 ist inakzeptabel. Wir als ONA gibt es zwar erst seit 2025, aber unsere Haltung ist von Anfang an klar: Hier geht es um Menschenleben, nicht um die Bequemlichkeit von Regelungen.
Wir fordern die zuständigen Behörden (Landkreis Aurich und NLStBV) auf, sofortige Sicherungsmaßnahmen an der L2 zwischen Wybelsum und Rysum umzusetzen, bis der Radweg fertiggestellt ist:

- Drastische Geschwindigkeitsreduzierung: Einführung von Tempo 60 in den 100er-Abschnitten und Tempo 50 in den 70er-Bereichen.
- Klare Seitenmarkierungen: Eine optische Verengung der Fahrbahn, um die Geschwindigkeit zu drosseln und den Randbereich zu definieren.
- Prüfung von Überholverboten: Wir stellen die Debatte, ob ein Überholverbot von Radfahrern für mehrspurige Fahrzeuge (LKW, Busse, PKW) auf diesem Abschnitt eingeführt werden muss.
Anfang 2022 wurde der Verein „Radweglückenschluss an der L4 e.V.“ gegründet.
Ziel des Vereins ist es, die Planung und den Bau des benötigten Radweges voranzutreiben. Das Land Niedersachsen plant im sogenannten vordringlichen Bedarf eine Teilstrecke von rund 8 km. Auf einer etwa 2,1 km langen Strecke im Krummhörner Ortsteil Schoonorth geschieht dies nicht. Der Verein bemüht sich in diesem Bereich um die Realisierung eines Bürgerradweges.
ℹ Dieser Beitrag wurde teilweise bis gänzlich von KI erstellt oder unterstützt.
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